Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Freyburg/Unstrut

Gegründet 21. August 1865

(Abschrift aus der Schriftenreihe "novum castrum"; Heft 3 - Das alte Freyburg - Ausgabe 1994; Seite 135 bis 137)

"Zu den täglichen Gefahren des städtischen Lebens gehörten die Stadtbrände, die meist ganze Stadtteile in Schutt und Asche legten. Der ständige Umgang mit offenem Feuer stellte die größte Gefahr dar, aber auch starke Gewitter waren sehr gefürchtet, und so wurden frühzeitig Vorsorgemaßnahmen getroffen. Bereits im Mittelalter gehörte die Brandbekämpfung zu den Pflichten aller Bürger.

1775 - an die Bewohner der Stadt übergeben

Im Jahre 1775 entstand an der Innenseite der Stadtmauer ein paar Meter nördlich der Stadtkirche ein kleines Häuschen für die Löschgeräte. In dessen Giebel befindet sich eine Kartusche mit der Inschrift: "Sumptibus Publicis pro securitate Oppidi Anno XDCCLXXV" ("Den Bewohnern für die Sicherheit der Stadt übergeben im Jahre 1775").

Es sollte 1835 erheblich erweitert werden, doch unterblieb dies.

Die Feuerordnung von 1855 legte fest, dass der Türmer Tag und Nacht verpflichtet war, wachsam zu sein und bei Feuerausbruch durch festgelegte Signale auf dem Lärmhorn, sowie durch den Ruf "Feuer" sofort die Bewohner zu alarmieren.

Eine "Feuer-Lösch-Deputation" sollte für die Aufrechterhaltung der Feuerordnung sorgen. Die Leitung des gesamten Feuer-, Lösch- und Rettungswesens hatten der Löschdirektor (Magistratsassessor und sein Stellvertreter) und drei Hauptleute, die den drei Lösch- und Rettungskompanien vorstanden, inne.

Die „erste Compagnie“ der Feuerwehr hatte für die Rettung von Personen und Sachen zu sorgen. Da zu ihrer Aufgabe auch das Abdecken der Dächer, Durchbrechen der Wände, Niederreißen der Gebäude usw. zählte, setzte sich die erste Kompanie aus Handwerkern und Gesellen der Baugewerke zusammen. Zur "zweiten Compagnie" gehörten die Bäcker, Tuchmacher, Weber, Fischer, Schneider, Schuhmacher, Böttcher, Sattler, Seiler und Glaser, die die Spritzen bedienten und Wasserketten zu bilden hatten. Die "dritte Compagnie" bestand aus den Freyburger Bürgerschützen und war für die Abwehr des Andrangs ungerufener Gaffer sowie die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit verantwortlich.
Alle übrigen Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren wurden unter Strafe verpflichtet, ihre Dienste bei einem Feueralarm zur Verfügung zu stellen.

In den folgenden Jahren wurde die Notwendigkeit einer effektiven Brandbekämpfung durch eine Freiwillige Feuerwehr immer deutlicher. In einer Jubiläumsfestschrift von 1890 ist folgender Situationsbericht wiedergegeben:
"Es war in später Vormittagsstunde eines heißen Junitages des Jahres 1865, die Sonne sandte ihre wärmsten Strahlen zur Erde, der Landmann befand sich mit seinen Leuten auf der Wiese, um das Heu zu wenden, der biedere Handwerksmeister in seiner Werkstatt wischte sich den Schweiß von der Stirn, die Hausfrau war mit der Zubereitung des Mittagbrotes beschäftigt, da verbreitete sich in der Stadt die Schreckensnachricht: 'Feuer !'. Alles stürzte die Straßen entlang und brüllte in allen Tonarten 'Feuer !' 'Es brennt !' und dergleichen. Kinder, Frauen, Männer rannten der vermeintlichen Brandstätte zu, bis diese endlich erreicht war. Es brannte in dem Hintergebäude des Thieme, jetzt Lötherschen Hauses in der Wasserstraße.

1875 - Neuer Gerätewagen angeschafft

Nachdem die Spritzen herausgeholt und ...... eine Anzahl Mannschaften zur Bedienung der Spritzen und zum Wassertragen erworben waren, wurde fest darauf losgespritzt und das Feuer schließlich gelöscht. (Wasser wurde auch aus dem sogenannten Eselsbrunnen gepumpt.)

Wenn nun auch durch das Feuer großer Schaden gerade nicht entstanden war, so war solcher aber so mehr dadurch verursacht, dass man durch unnötiges vieles Bespritzen der angrenzenden Gebäude diese fast unter Wasser gesetzt hatte, denn man konnte ....... in den Zimmern im Wasser baden."

Der bestehende Turnverein erkannte die unzulänglichen Zustände und beschloss aus der Zahl seiner aktiven Mitglieder einen Zweigverein zu bilden, der bei Bränden eine geordnete Feuer-Löschhilfe leisten konnte.

1875 - Mechanische Leiter angeschafft

Dieser 1865 gegründete Zweigverein bestand zunächst aus 33 Mitgliedern und erhielt den Namen "Freiwillige Turner-Feuerwehr zu Freyburg a. U.". Die Stadt wies ihm 1866 eine Karrenfeuerspritze, die "rote Spritze" genannt zu. Im März 1870 verabschiedete der Rat der Stadt eine neue Feuerordnung, in der neben der freiwilligen Feuerwehr auch eine städtische aufgeführt wird. Die städtische Feuerwehr bestand aus einem Spritzenzug, einer Wasserkolonne und den Wachmannschaften. Aus dieser Satzung geht hervor, dass neben den freiwillig beigetretenen Bürgern jeden Alters auch alle übrigen Bürger im Alter von 16 bis 30 Jahren verpflichtet waren, der Feuerwehr beizutreten."

1925 - Ausstellung aller Feuerwehr-Geräte auf dem Schützenplatz

1929 - Anschaffung eines neuen Hydrantenwagen
Freyburger Bote Nr. 199 vom 26. August 1929

1931 - Anschaffung der ersten Motorspritze der Stadt Freyburg
Freyburger Bote Nr. 95 vom 24. April 1931

1936 - Erste Feuersirene auf dem Rathausturm
Freyburger Bote Nr. 72 vom 25. März 1936

1965 - Mechanische Leiter

Historische Spritze

Historische Spritze

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